Heimsieg

 

Hainberg eine hart Nuss

„Komm Ebe, einen bekommst du noch“, rief Kai Olzem ins Spiel, da war die Nachspielzeit schon sehr weit fortgeschritten. Gleich mehrfach war der Angreifer in der heißen Schlussphase beim Stand von 1:1 aussichtsreich gescheitert. Sein Trainer wusste: Da kommt noch was. Es kam! Als Semi Boog den Ball mit dem Mute der Verzweiflung nach vorne drosch, nutzte der aufgerückte Marvin Fricke seine Statur und legte ab. Ebeling stand goldrichtig, ließ noch einmal klatschen und knallte die Kugel unter dem Jubel seiner Mitspieler unhaltbar ins Netz. 

Die Gäste aus Hainberg waren fürwahr eine harte Nuss für die Freien Turner: „Wir sind davon ausgegangen, dass die uns hier körperlich hart zusetzen wollen und uns damit so ein bisschen aus dem Rhythmus bringen wollen“, sagte Olzem hinterher und haderte ein wenig: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit ein bisschen von dieser Hektik anstecken lassen, hatten dadurch dann ein sehr unruhiges Spiel.“ Nach einer guten Anfangsphase mit einigen Möglichkeiten für sein Team, sorgte ein Konter für die Führung der Gäste, die sich gegen den Spitzenreiter mit allen erlaubten Tricks zur Wehr setzten. Das Tor von Niklas Pfitzner (28.) deutete es an: Das hier wird noch ein hartes Stück Arbeit für die Braun-Weißen.

„Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie mit Ball noch etwas souveräner agiert. Wir  hatten heute ein paar Konzentrationsfehler drin, wo wir Hainberg zu Chancen eingeladen haben. Sie haben auf Fehler gelauert und das haben sie letztendlich gut gemacht – gottseidank nicht so konsequent, sonst wäre es hier vielleicht anders ausgegangen“, so Olzem, dessen Team durchaus gute Möglichkeiten hatte. Ein flach getretener Freistoß von Julian Bräunig klatschte, von einem Hainberger Fuß abgefälscht, ans Gebälk (35), aber: noch vor der Pause parierte Timo Keul einen Torschuss von Jan-Henrik Ziegner. 

Niklas Pfitzner – ja verwandt! – traf die Turner ins Mark. Foto: Frank Vollmer

Taktische Umstellung greift

Kurz vor der Pause stellten Freie Turner um – die Dreierkette wich einem 4-3-3. Sofort rollte mehr Torgefahr auf den Kasten von Aleksandar Stankovic im Hainberger Tor zu. Die Hausherren bestimmten das hart umkämpfte Spiel, waren aber auch im Glück, dass Julius Bujara die Großchance vergab, nach einem Konter für den SC nachzulegen (51.). Nico Müller, im ersten Durchgang schon einmal knapp gescheitert, bekam eine Kopfballverlängerung von Marvin Fricke und netzte zum nicht unverdienten Ausgleich (53.). 

Von nun an war es ein Spiel auf ein Tor, wobei die Gäste immer wieder mit schnörkellosen Kontern brandgefährlich wurden, ihre Chancen aber nicht nutzten. Doch auch die Braun-Weißen vergaben einige gute Angriffe. Julian Bräunig verpasste nur knapp (62.), wie auch Fricke nach einem Freistoß am langen Pfosten (62.) und Müller mit einem Schuss auf den langen Pfosten (74.). Christian Ebeling hatte den Siegtreffer in der Schlussphase gleich mehrfach auf dem Fuß, so in der 69. per Drehschuss an den Pfosten, bei einem zu kurz geratenen Lupfer (83.) oder einem Distanzschuss weit über das Tor (89.). Felix Karger, soeben eingewechselt, traf nur das Außennetz, Rick Kaupert mit viel Risiko den Ballfangzaun hinter dem Tor (88.). Schiedsrichter Julian Lüddecke ließ die zwei späten Wechsel der Gäste nachspielen. In allerletzter Sekunde kam Ebeling so an den Ball und sicherte mit seinem Tor die Tabellenführung. 

„Hinten raus verdient!“

„Hinten raus war es verdient“, erklärte Olzem. „Wir hatten gute Möglichkeiten. Jeder Gegner will uns als Tabellenführer auf eigenem Platz ärgern. Das ist eine Situation, da müssen wir mit umgehen. Da geht es darum, seinen Mann zu stehen und trotzdem souverän zu bleiben. In der zweiten Halbzeit haben wir genau das abgerufen gegen einen wirklich sehr starken Gegner.“

Olzem lobte auch Doppel-Vorlagengeber Fricke: „Das war beim zweiten Tor Eigeninitiative von  ihm. Er hat für sich entschieden, da vorne reinzugehen. Dafür ist er ein Führungsspieler. Er hatte die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt!“ Der Innenverteidiger zeigte sich bescheiden: „Nach Standards bleibe ich generell vorne drin und hoffe dass ein langer Ball auf mich zurück kommt. Heute kamen dann zwei super Bälle, einmal von Matze und von Semi. Ich hatte Glück, dass beide so gut kamen, ich kleinere Gegenspieler hatte und beide Male recht kontrolliert ablegen konnte.“ Am kommenden Sonntag (15.00) treten Freie Turner beim SV Fortuna Lebenstedt an. 

Nico Müller mit dem Ausgleich. Foto: Frank Vollmer

Zahlen & Fakten

Freie Turner: Keul, Schreyer, Fricke, Boog, Hintersdorf, Bollonia (61. Behrens), Neumann, Kaupert, Bräunig, Müller (81. Karger), Ebeling Trainer: Kai Olzen, Kosta Rodrigues

SC Hainberg: Stankovic, Pfitzner (90.+2 Krone), Bitzer, Bujara, Weiss, Trappmann, Ziegner (90. Bettermann), Maretschke (23. Oetzel), Heckmann, Ravindran, Broscheit Trainer: Oliver Hille

Torfolge: 0:1 Niklas Pfitzner (28.), 1:1 Nico Müller (53.), 2:1 Christian Ebeling (90.+5)

Quelle Regionalsport.de

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